Horace Parlan (* 19. Januar 1931 in Pittsburgh) ist ein US-amerikanischer Jazz-Pianist.
Als Kind erkrankte Parlan an Kinderlähmung, wodurch er eine teilweise Verkrüppelung der rechten Hand erlitt. Das Handicap kompensierte Parlan durch die Entwicklung einer eigenen Spieltechnik, bei der die rechte Hand stark rhythmische Phrasen spielt, denen die linke breite Akkorde entgegensetzt.
Als primäre Einflüsse nannte Parlan häufig
Ahmad Jamal und
Bud Powell, auch eine starke Beziehung zu Blues und Rhythm and Blues ist offensichtlich. Parlans Stil verbindet die komplexen harmonischen Schemata des Bebop mit den afroamerikanischen Wurzeln des Jazz.
Während der 50er-Jahre begann Parlan mit verschiedenen R&B-Bands zu spielen, nach einem Umzug nach New York schloss er sich von 1957–59 der Gruppe von
Charles Mingus an. Diese Zusammenarbeit beförderte seine Karriere sehr, durch seinen Klavierpart auf den Mingus-Klassikern
Mingus Ah Um und
Blues & Roots wurde Parlan einem breiteren Publikum bekannt. 1960 und 1961 spielte Parlan vor allem mit
Booker Ervin, 1962 dann mit dem Eddie Lockjaw Davis-
Johnny Griffin-Quintett. Von 1963 bis 1966 spielte Parlan mit
Rahsaan Roland Kirk; in den 1960er Jahren entstand außerdem eine Reihe von Aufnahmen bei Blue Note, wie die Alben
Speakin' My Piece und
On the Spur of the Moment, die er mit den
Turrentine Brüdern, George Tucker und Al Harewood aufnahm.
1973 verließ Parlan die USA und zog nach Kopenhagen. Er erregte internationale Aufmerksamkeit mit einer Reihe von Aufnahmen bei SteepleChase Records, darunter insbesondere eine Serie von
Duetten mit dem Tenorsaxophonisten
Archie Shepp, die Anklänge an die Gospel-Musik wach werden lassen. Weitere Aufnahmen entstanden mit
Dexter Gordon,
Red Mitchell und in den 1980er Jahren mit Frank Foster und Michal Urbaniak. Außerdem nahm Parlan für die Label Enja und Timeless Alben auf.